Begleitet wurden die drei Maturitätsfeiern von der Band SanySaidap, die die Feierlichkeiten mit Irish Folk stimmungsvoll untermalte. Es herrschte eine fröhliche und erwartungsvolle Atmosphäre. Nach einem musikalischen Auftakt begrüsste die Rektorin, Dr. Carmen Frehner, das festlich gekleidete Publikum. Sie gratulierte den Maturandinnen und Maturanden zum erfolgreichen Abschluss und hob in ihrer Rede hervor, dass die Absolventinnen und Absolventen mit dem Berufsmaturitätszeugnis in der Hand an einem Wendepunkt stünden. Der Moment sei einer jener seltenen Übergänge, in denen sich Vergangenheit und Zukunft so nah begegnen, dass man beides gleichzeitig spüre: das Erreichte und das, was nun möglich werde.
Die Rektorin wies in ihrer Rede darauf hin, dass jetzt für die Absolventinnen und Absolventen ein Lebensabschnitt beginne, bei dem sie mehr selbst entscheiden könnten, welchen Weg sie gehen möchten. Dabei seien einige Wege klar erkennbar, andere würden sich erst nach und nach erschliessen. Und wenn die Wege nicht eindeutig seien, dann suchten wir Orientierung, «zum Beispiel im Strassenverkehr, wenn wir zumeist das Navi einschalten», hielt die Rektorin fest und ergänzte: «Oft bringt es uns sicher ans Ziel, aber eben nicht immer. Manchmal hört man, wie Menschen ihrem Navigationsgerät so bedingungslos folgen, dass sie plötzlich an Orten landen, die für ein Auto völlig ungeeignet sind, irgendwo abseits aller Wege.»
Die Rektorin gab den Maturandinnen und Maturanden mit auf den Weg, dass sie bei allen Entscheidungen auch ihren inneren Wegweisern vertrauen sollten. Denn auch wenn wir in der heutigen Welt umgeben seien von digitalen Orientierungshilfen, die uns sagten, wohin wir gehen, was wir wählen und wie wir entscheiden sollten, zeige uns der Alltag oft, dass er anderen Regeln folge: «Er fordert uns heraus, flexibel zu bleiben, innezuhalten und uns immer wieder neu auf Unerwartetes einzulassen», betonte die Rektorin.
Der spannendste Lebensweg beginne selten mit einem perfekten Plan und auch berufliche Karrieren würden kaum je geradlinig verlaufen, machte die Rektorin deutlich und veranschaulichte dies anhand zweier Beispiele: Roger Federer habe in jungen Jahren nicht einfach als das perfekte Talent gegolten, er sei emotional, manchmal ungestüm gewesen und habe seinen eigenen Weg abseits eines vorgegebenen Plans erst finden müssen. Gerade diese Entwicklung habe ihn zu der Persönlichkeit gemacht, die wir heute bewundern würden. Oder Steve Jobs: Er habe sein Studium abgebrochen und aus reiner Neugier einen Kalligrafie-Kurs besucht, ohne zu wissen, wofür das gut sein würde. Jahre später sei genau dieses Wissen in die Entwicklung des Macintosh eingeflossen, des ersten Computers mit bewusst gestalteten, ästhetischen Schriftarten.
Die Rektorin hob in ihrer Rede hervor, dass die Zukunft jenen gehöre, die selbständig ihren eigenen Weg gingen und Orientierung suchten, auch wenn der Weg zum Ziel nicht geradlinig sei. Sie ermutigte die Maturandinnen und Maturanden nun selbst zu bestimmen, welchen Weg sie einschlagen wollten.
Dr. Carmen Frehner bedankte sich ausdrücklich bei allen Lehrpersonen, den Ausbildnerinnen und Ausbildnern in den Betrieben, allen Eltern und Familien sowie allen Freundinnen und Freunden für die geleistete Unterstützung der Maturandinnen und Maturanden. Zum Abschluss bekräftigte sie ihren Wunsch: «Bleiben Sie neugierig, bleiben Sie kritisch, bleiben Sie menschlich, vertrauen Sie Ihrer eigenen Urteilskraft und erlauben Sie sich hin und wieder, eine Abbiegung mit Nebenstrasse zu wählen, denn das bringt Abwechslung und eröffnet Ihnen neue Perspektiven.»
Nach einem musikalischen Zwischenspiel baten die beiden Abteilungsleiter Martin Brogle (BM 1) und Dr. Lukas Meier (BM 2) diejenigen Maturandinnen und Maturanden auf die Bühne, die in ihren Ausrichtungen die besten Berufsmaturitätsabschlüsse erzielt hatten. Die beiden Abteilungsleiter gratulierten insgesamt 28 Maturandinnen und Maturanden zu ihren herausragenden Leistungen und überreichten ihnen unter kräftigem Applaus zusammen mit dem Maturazeugnis einen Büchergutschein und eine Rose.
Nachdem abschliessend die Klassenlehrpersonen ihren Klassen die Berufsmaturitätszeugnisse überreicht hatten, durften die Gäste beim Apéro auf den erfolgreichen Abschluss anstossen.